Deutschland

Handwerkskonjunktur weiter unter Volldampf

Das deutsche Handwerk hat weiter Hochkonjunktur. Eine deutliche Mehrheit der von der Creditreform Wirtschaftsforschung befragten 1.272 Handwerksbetriebe (66,0 Prozent) bezeichnete die aktuelle Geschäftslage mit „sehr gut“ bzw. „gut“. Der Anteil der positiven Meldungen hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr (61,8 Prozent) nochmals erhöht. Konjunkturlokomotive sind das Ausbau- und das Bauhauptgewerbe, wo es überdurchschnittlich viele „sehr gut“- bzw. „gut“-Bewertungen gab. Angeschoben wird diese Entwicklung von anhaltenden Niedrigzinsen und der ungebremsten „Flucht“ der Deutschen in Immobilien und Sachwerte.

Mangelhafte Zahlungsmoral der Unternehmergesellschaft (UG)

Mit einer Verspätung von knapp 10 Tagen werden in Deutschland Rechnungen im B2B-Geschäft bezahlt (9,96 Tage). Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Auswertung des Creditreform Debitorenregisters. Dabei können je nach Branche, Rechtsform oder Firmensitz des Schuldners erhebliche Unterschiede bestehen. So weisen Unternehmen aus der Bauwirtschaft einen Zahlungsverzug von durchschnittlich 15,83 Tagen auf, während es beispielsweise bei Unternehmen aus der Chemiebranche nur 7,03 Tage sind. Allerdings räumen Lieferanten und Kreditgeber den Chemieunternehmen in der Regel komfortable Zahlungsziele ein, so dass die Gesamtforderungslaufzeit mit 41,12 Tagen über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (40,78 Tage) liegt. Kreditgeber der Bauwirtschaft müssen mit einer durchschnittlichen Forderungslaufzeit von 45,74 Tagen rechnen.