Deutschland

Risikosituation deutscher Unternehmen

Die solide konjunkturelle Entwicklung im ersten Halbjahr 2016 ging mit einem erneuten Rückgang der Ausfallraten im deutschen Unternehmenssektor einher, so dass der seit 2009 zu beobachtende Abwärtstrend weiterhin intakt ist. Nachdem in 2015 mit 1,60% ein neuer Tiefstwert ermittelt werden konnte, sank der Anteil ausgefallener Unternehmen im ersten Halbjahr 2016 abermals (1,54%). Demgegenüber belief sich die Ausfallrate im mittelständischen Segment (Umsatz >20 Mio. Euro) wie Ende 2015 auf 0,45%.

Längere Zahlungsziele und mehr Verzögerungen

Im 1. Halbjahr 2016 mussten Unternehmen, die Lieferungen und Leistungen an andere Unternehmen erbringen, länger auf ihr Geld warten. Nachdem der Zahlungsverzug im Zeitraum Juli bis Dezember 2015 im Durchschnitt 9,96 Tage betrug, waren es in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 10,45 Tage und damit knapp ein halber Tag mehr. Ein Anstieg des Zahlungsverzugs belastet die Liquiditätslage derjenigen Unternehmen, die Waren liefern oder Leistungen erbringen, da Aufträge über einen längeren Zeitraum vorfinanziert werden müssen. Gegen den Trend gab es geringere Zahlungsverzögerungen bei Unternehmen aus der Metall- und Elektrobranche (von 9,62 auf 9,56 Tage) sowie bei den Dienstleistungen für den privaten Bedarf (von 13,99 auf 13,77 Tage) und im Einzelhandel (von 10,16 auf 9,66 Tage).