28.01.2020 SchuldnerAtlas Unterfranken 2019

 

Leichte Entspannung der Verbraucherüberschuldung

Erstmals seit 2013 hat sich die Zahl der überschuldeten Verbraucher im Regierungsbezirk Unterfranken wieder verringert. Zum Stichtag 1. Oktober 2019 waren 76.001 Einwohner ab 18 Jahre als überschuldet anzusehen. Das waren rund 1.000 Personen weniger als noch 2018 (76.959 Personen). Damit nahm die Zahl der überschuldeten Verbraucher mit 1,2 Prozent deutlich stärker ab als in Deutschland insgesamt (- 0,1 Prozent).

Der Creditreform SchuldnerAtlas definiert private Überschuldung als einen Zustand, in dem die Ausgaben und Zahlungsverpflichtungen einer Person dauerhaft höher sind als deren Einnahmen. Hierfür sind u. a. juristische Sachverhalte – wie ein Antrag auf Restschuldbefreiung – oder auch unstrittige Inkasso-Fälle ausschlaggebend.

Ebenfalls spürbar verringert hat sich die Schuldnerquote, die die Zahl der überschuldeten Personen zur Bevölkerungszahl (ab 18 Jahre) ins Verhältnis setzt. 6,88 Prozent (2018: 6,99 Prozent) der Erwachsenen in Unterfranken weisen Überschuldungsmerkmale auf. Neben der positiven Entwicklung bei den Schuldnerzahlen setzte sich auch der Bevölkerungsanstieg infolge von Zuwanderung fort und verringerte so die Schuldnerquote. Anteilsmäßig sind in Unterfranken somit weniger Personen überschuldet als im Freistaat Bayern (Schuldnerquote: 7,31 Prozent) bzw. in Deutschland (10 Prozent).

Schuldnerquote der Männer sinkt

Männer gelten bei Finanzentscheidungen generell als risikofreudiger. Das spiegelt sich in einer höheren Überschuldungsintensität wider. Mit einer Schuldnerquote von 8,49 Prozent liegt die Überschuldungsintensität der Männer in Unterfranken weiterhin deutlich über der von Frauen (5,18 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr (2018) waren bei beiden Geschlechtern rückläufige Schuldnerquoten festzustellen. Deutlich stärker war dieser Trend bei den Männern mit - 0,16 Prozentpunkten (Frauen: - 0,07 Prozentpunkte). Während die männliche Schuldnerquote in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Unterfrankens zurückging, nahm die weibliche Schuldnerquote in der Stadt Schweinfurt und im Landkreis Aschaffenburg zu. Im Landkreis Bad Kissingen blieb die weibliche Schuldnerquote unverändert. Zum Vergleich: Bundesweit gelten 12,46 Prozent der Männer und 7,65 Prozent der Frauen als überschuldet.

Verschärft hat sich erneut die Überschuldung von älteren Personen ab 70 Jahren. Deren Schuldnerquote erhöhte sich von 2,32 auf 2,40 Prozent. Auch in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen nahm die Schuldnerquote gegen den Trend weiter zu. 9,05 Prozent der Personen in dieser Altersgruppe weisen Überschuldungsmerkmale auf (2018: 8,98 Prozent). Weiterhin am höchsten ist die Schuldnerdichte aber in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, wo fast jeder zehnte betroffen ist. Die Schuldnerquote verringerte sich aber von 10,11 auf 9,84 Prozent.

Rückgänge in allen Landkreisen und Städten

In allen Landkreisen und kreisfreien Städten Unterfrankens gehen die Schuldnerquoten zurück. Deutlich war dieser Trend vor allem im Landkreis Haßberge (Schuldnerquote: 6,52 Prozent; - 0,23 Prozentpunkte) sowie in der Stadt Schweinfurt (Schuldnerquote: 10,45 Prozent; - 0,22 Prozentpunkte). Auch in den Landkreisen Würzburg und Kitzingen gab es einen überdurchschnittlich starken Rückgang der Verbraucherüberschuldung (jeweils - 0,19 Prozentpunkte). Vergleichsweise wenig nahm die Schuldnerquote im Landkreis Aschaffenburg ab (Schuldnerquote: 7,21 Prozent; - 0,02 Prozentpunkte).

Vergleichsweise gering ist Überschuldungsintensität der Verbraucher im Landkreis Schweinfurt, wo lediglich 5,04 Prozent der erwachsenen Einwohner – und damit einer von zwanzig – als überschuldet anzusehen sind. Auch der Landkreis Würzburg weist mit 5,25 Prozent eine eher geringe Schuldnerquote auf. Die aktuell höchste Überschuldungsquote aller kreisfreien Städte und Landkreise in Unterfranken verzeichnet die Stadt Aschaffenburg. 11,23 Prozent der erwachsenen Einwohner sind hier überschuldet.

Harte Überschuldung nimmt ab

Die rückläufige Zahl der Überschuldungsfälle in Unterfranken beruht gänzlich auf dem Rückgang von „hart“ überschuldeten Personen. Die gute Arbeits- und Einkommenssituation der privaten Haushalte hat es Verbrauchern offenbar ermöglicht, die Überschuldungsintensität zu verringern. Insgesamt sind in Unterfranken 45.958 Personen von harter Überschuldung betroffen (2018: 48.437 Personen). Damit ist die Überschuldungsintensität mehrheitlich aber weiterhin hoch. 30.043 Personen weisen eine geringe Überschuldungsintensität auf. Gegenüber dem Vorjahr (2018: 28.522 Personen) ist das ein deutlicher Anstieg um 5,3 Prozent und der höchste Stand seit 2012.

SchuldnerAtlas Region Unterfranken 2019

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